Start der Feldforschung an einem Pretest-Wochenende im September 2016

von BH

Vertreterversammlung der LINKEN Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern (Quelle: IParl)

Mitte September war der Startschuss für das Forschungsprojekt zur Kandidatenaufstellung

Elf Mitglieder unseres Projektteams haben an vier Aufstellungsversammlungen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen teilgenommen. Getestet wurden vier Fragebögen, zwei Verfahren zur wissenschaftlichen Beobachtung und ein Leitfaden für Kurzinterviews. Unser Resümee ist positiv. Die Erhebungsinstrumente haben den Praxistest bestanden, an einigen Stellen können Verfahren optimiert werden. Überraschungen und Spaß kamen nicht zu kurz. Aber vor allem haben sich viele Parteimitglieder, Delegierte und Kandidaten mit Interesse an den Befragungen beteiligt.

Solidarischer Kandidaten-Wettbewerb

Los ging es am 16. September bei der SPD im Wahlkreis 61 „Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming“. Die Versammlung bot direkt eine spannende Konstellation: Bei der Wahl 2013 war der Wahlkreis knapp an die CDU verloren gegangen. Die zuständige Abgeordnete Andrea Wicklein war über die Landesliste eingezogen. Vor ca. einem Jahr hatte sie angekündigt, nicht erneut anzutreten. Nun bewarben sich vier Parteimitglieder um die Wahlkreisnominierung. Nach diversen Vorstellungsrunden in den Ortsvereinen stellten sich die vier den 134 Delegierten in Potsdam. Ihre Reden, aber auch die Fragen der Delegierten waren fair und sachlich. Mit dem ersten Wahlgang stand Manja Schüle bereits als Gewinnerin fest. Sie holte über 50 Prozent der Stimmen und kann nun auf einen direkten Einzug in den Bundestag hoffen.

Kandidatenaufstellung ohne Kandidat, parallel die erste Landesliste verabschiedet

Bei der Partei DIE LINKE haben wir eine Wahlkreis- und eine Landeslistenversammlung „begleitet“. Für den Wahlkreis 124 „Steinfurt I - Borken I“ fand sich auf der Versammlung in Ochtrup jedoch niemand, der seinen Hut in den Ring werfen wollte. So musste die Versammlung abgebrochen werden. Es wird abzuwarten sein, ob die Kandidatenaufstellung wiederholt werden muss. Im Landesverband Rheinland-Pfalz wurde die erste Landesliste zur Bundestagswahl 2017 verabschiedet. Dieser frühe Zeitpunkt ist insofern bemerkenswert, als normalerweise zuerst die Wahlkreiskandidaten nominiert und erst danach die Liste an der Reihe ist. Dass die Wahlkreisbewerber zu den Kandidaten gehören, die die beste Chance auf einen vorderen Listenplatz haben, wird kaum jemand in der Wissenschaft bestreiten. Womöglich muss dieser Befund aber im Lichte unserer Forschung relativiert werden.

Draußen Regen, drinnen Sonnenschein

Am 17. September fand die SPD-Mitgliederversammlung im Wahlkreis 158 „Sächsische Schweiz – Osterzgebirge“ statt. Im Gegensatz zum heftigen Regenwetter verlief die Veranstaltung sehr harmonisch. Der Schornsteinfegermeister Klaus Wolframm war der einzige Bewerber. Er stellte sich in fünf Minuten kurz und knapp vor, beantwortete vereinzelte Fragen und schüttelte kurz darauf routiniert die Hand des Kreisvorsitzenden Ralf Wätzig, der ihn zu seinem Wahlerfolg gratulierte. Wolframm erhielt 92 Prozent der Stimmen und zeigte sich zufrieden damit, genau wie wir, die bei der Befragung der Parteimitglieder eine Rücklaufquote von 92 Prozent erzielten.

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